Vorsorgevollmacht

Damit Sie selbst bestimmen können, wer über Sie bestimmen kann. Und wer nicht.

In den meisten Fällen stellt sich die Frage erst in hohem Alter – oft genug aber auch in jungen Jahren, als Folge von Unfällen oder psychischen Krankheiten: Was ist, wenn man geistig nicht mehr in der Lage ist, notwendige Entscheidungen alleine zu treffen oder sich um ganz alltägliche Geschäfte zu kümmern?

Seit 1. Juli 2007 hat jeder die Möglichkeit schon im Vorhinein vor dem Verlust der Geschäfts-, Einsichts-, Urteils- oder Äußerungsfähigkeit eine Vertrauensperson zu bestimmen, die als Bevollmächtigte in bestimmten Angelegenheiten entscheiden und vertreten kann. Damit soll einer allfälligen späteren, durch das Gericht veranlassten und dessen Kontrolle unterstehenden Erwachsenenvertretung vorgebeugt werden.

In der Vorsorgevollmacht wird festgelegt, wer für eine bestimmte Person Vertretungshandlungen übernehmen darf und für welchen Wirkungsbereich dies gelten soll, wenn diese Person in diesen Angelegenheiten die notwendige Entscheidungsfähigkeit verliert. Die Anwendungsbereiche der Vorsorgevollmacht betreffen einerseits die Vertretung in allen Vermögensangelegenheiten, andererseits auch die Vertretung im Alltag bei Behörden, Gerichten und verschiedenen Institutionen sowie auch die Vertretung in medizinischen Belangen. Für die Errichtung sind strenge Formvorschriften einzuhalten, sie muss schriftlich bei einem Notar/einer Notarin errichtet und von einer Notarin/einem Notar im Österreichischen Zentralen Vertretungsverzeichnis (ÖZVV) registriert werden. Tritt ein Vorsorgefall ein, kann der Bevollmächtigte über einen Notar/eine Notarin gegen Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses das Wirksamwerden im ÖZVV eintragen lassen.

Wann endet die Vorsorgevollmacht?

Die Vorsorgevollmacht endet mit dem Tod der vertretenen Person oder des Vorsorgebevollmächtigten, wenn bspw. der Vorsorgebevollmächtigte nicht zum Wohl der vertretenen Person handelt, mit Kündigung, Widerruf oder Wegfall des Vorsorgefalls. Wichtig ist, wenn die Person die Entscheidungsfähigkeit für die in der Vorsorgevollmacht genannten Angelegenheiten wiedererlangt, ist dies ein Beendigungsgrund und im ÖZVV einzutragen.

Wirksamkeit einer Vorsorgevollmacht:

Die Vorsorgevollmacht wird wirksam, wenn der Vorsorgefall eintritt und dieser Umstand im ÖZVV eingetragen wird. Der Verlust der Entscheidungsfähigkeit ist zu bescheinigen. Dafür ist die Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses notwendig.

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